abstracts + pdf-links
planning a superstructure of normative resilience 
christian hörner
this text sets its starting point by taking up critical approaches on smart cities (sc) present in recent debates and the meta-critical perspective of second- order-cybernetics (son), which concerns the mode of knowing that underlies the techno-deterministic conviction of sc. following one possible trajectory of progression offered by this critique, i will elaborate on possible means by which we must challenge and resist the epistemological regime of “smartness”. namely, these opportunities can be created through the collaborative building of fictional worlds and speculative histories. as a conclusion, i will summarize the arguments of this text in a proposal for a new type of planning for future cities, which aims at enabling and facilitating a collective process that assembles a cultural superstructure and in turn challenges cybernetic urbanism.
prototypisieren!
simon ullrich 
die immer dynamischere urbanisierung der welt fordert eine größer werdende umwälzung der bestehenden verhältnisse – sei es materiell, sozial, psychologisch oder politisch. die städte verbrauchen immer größere ressourcen an gütern, welche zur expansion und erhaltung der urbanen räume von nöten sind. unter dem eindruck der global fortschreitenden umweltzerstörung und immer häufigeren und lauteren urbanen protesten erzwingt die analyse von urbanem raum neue methoden und perspektiven, welche nicht mehr in der klassischen analyse der städte als mosaik, container, räumliche umwelt oder beziehung zwischen unterschiedlichen menschengruppen klassifiziert nach einkommen, aufenthaltsstatus, herkunft, geschlecht, kultureller zugehörigkeit, etc. zu finden ist, sondern vor allem in ihren infrastrukturen bzw. prototypisierungen. Die dynamisierung und vernetzung urbaner räume im netzwerkkapitalismus hat zu neuen problematischen entwicklungen geführt, welche jedoch auch als chance gesehen werden sollten.
folgend versuche ich auszuführen, wie die stadt und ihre möglichkeiten anders gedacht werden kann. dabei skizziere ich, von der problembeschreibung und analyse der historischen entwicklung des kapitalismus und der haussmannisierung ausgehend, eine form der partizipation und des widerstandes im urbanen raum.
gemeinwohl als lebensform in beta  
christian hörner
meine arbeit beschäftigt sich mit dem haus der statistik (hds) als einer neuen form der zivilgesellschaftlichen partizipation sowie kooperation von verfasster öffentlichkeit und staatlichen institutionen. „gemeinwohl“ ist der zentrale gegriff der forschung, weil er für das projekts hds den zentralen anspruch an das eigene handeln darstellt, aber darüber hinaus, so die these der arbeit, als formgebendes kriterium der infrastrukturen des alltags der dortigen öffentlichkeit verstanden werden kann. daran anknüpfend schlägt die arbeit eine rekonzeptualisierung des begriffs für qualitative sozialwissenschaftliche forschung vor, welche gemeinwohl als gemeinwohlorientierte praxis in seiner alltäglichkeit in den vordergrund rückt. dementsprechend wird anhand von ethnografischem material aus einer 3-monatigen feldforschung illustriert, wie die lebensform der öffentlichkeit um das projekt hds alltäglich entsteht und reproduziert wird, wobei vor allem das konzept des prototypen eine entscheidende rolle spielt. gemeinwohl, so versucht die arbeit darzustellen, ist ein formales kriterium der soziokulturellen infrastruktur des hds, welches prototypisches handeln affordiert und für das haus der statistik prozesse der infrastrukturierung ermöglicht, verstärkt und deren intensität und qualität mitbestimmt.
im weiteren verlauf der arbeit wird die lebensform hds darüber hinaus als infrastrukturelle kritik an bestehenden gemeinwohlorientierten systemen dargestellt, wie zum beispiel denen des staates. durch die produktion von tatsächlich existierenden alternativen, so argumentiere ich, führt das hds einen impliziten, kritischen diskurs mit diversen institutionen. schlussendlich wird in der forschungsarbeit ein zentraler widerspruch der aushandlungsprozesse innerhalb der kooperierenden organisationen des projekts herausgestellt: zwischen dem gemeinwohlorientierten prototyp und einer stadtplanerischen bürokratie existieren unterschiedliche praxisformen, welche die projektentwicklung erschweren und prototypische potentiale in frage stellen. der text endet mit einer offenen frage: Wie kann folglich eine notwendige kompatibilität von infrastrukturen hergestellt werden, welche die offenheit des prototypen genauso wie eine notwendige verbindlichkeit gewährleistet?

 
würden deutsche bürgerinnen von einer eu-armee profitieren? 
tim behlau 
diese arbeit hat zum ziel, die folgende frage zu beantworten: würden deutsche bürgerinnen von einer eu-armee profitieren? die fragestellung wird anhand verschiedener ökonomischer theorien betrachtet. die ökonomische forschung hat sich intensiv mit der europäischen währungsunion oder dem binnenmarkt auseinandergesetzt. mit der zunehmenden Integration der Streitkräfte auf eu-ebene wird sich dagegen kaum beschäftigt und das, obwohl die landesverteidigung als das öffentliche gut par excellence gilt. ohne den anspruch auf eine umfassende betrachtung zu erheben, wirde in dieser arbeit überwiegend deduktiv gearbeitet. die verwendeten modelle und konzepte sind (teilweise) empirisch getestet, über deren anwendbarkeit auf eine eu-armee konnte jedoch nur spekuliert werden, da daten zur gründung einer suprastaatlichen armee
bisher nicht existieren.

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